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Presse

02.02.2016 Münchner Merkur - Eine zweite Heimat für Exil Kölner

06.07.2014 Kölner Express - Verzällcher

19.02.2013 Münchener Jecken im Kölner Westen

Artikel Kölner Stadtanzeiger Veedelszöch 2013

Artik KStA Veedelzoech Lövenich Weiden 2013.pdf

 

27.01.2013 Jeck ist anders

19.01.2013 "Auch Urbayern sind infiziert"

Karneval statt Fasching: Köln-Münchener Karnevalsverein im Interview

Karneval 2, KW 3_13-1.pdf

20.02.2012 Wenn der Dom mit der Frauenkirche tanzt

01.05.2008 Brings rocken Bayern

Geschrieben von aus der Kölner Rundschau - 01.05.2008

Für eine "Superjeile Zick" werden Brings am 12. September in München sorgen! Das Konzert im "Neuen Alabama" auf dem Optimol-Gelände war innerhalb von 6 Wochen restlos ausverkauft.

Eingeladen wurde die Band vom "Köln-Münchener Karnevalsverein", der auch schon die Bläck Föös und die Paveier an die Isar lockte. Der Verein wurde 2001 von einer Gruppe Exil-Kölner gegründet, die von ihren Unternehmen nach München versetzt wurden. Um das Heimweh zu lindern, schlossen sie sich nach guter alter Kölner Tradition zusammen und trafen sich fortan einmal im Monat zum "Kölschen Abend". Der Karnevalsverein zählt mittlerweile über 200 aktive Mitglieder, für die mit dem Konzert ein Wunsch in Erfüllung geht.

Die 650 Besucher erwartet ein zweistündiges Spektakel mit allen Hits der Band - und natürlich eine "Superjeile Zick".

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06.02.2008 Zwei Kölsche im Münchner Karneval

Geschrieben von aus den Kölner Wochenspiegel vom 06.02.2008

Schöne Fotos und ein kurzer Artikel über die Teilnahme unsere kölschen Freunde beim Zoch in München.

Zum Artikel:
wochenspiegel_06.02.08.pdf
wochenspiegel_06.02.08_2.pdf

24.11.2006 Das Kölsch fließt auch an der Isar

Geschrieben von Bastian Ebel   - 24.11.2006

Bergisch Gladbach/ München - Die Fahrt vom Münchner Flughafen dauert schon lange. Am Fenster fliegen Felder und einzelne Gebäude vorbei. In der S-Bahn sitzt die kölsche Gruppe „Paveier“ und macht sich über die Namen der Bahnhöfe lustig. Die Musiker, deren Plattenlabel „Pavement Records“ seinen Sitz in Bensberg hat,sind auf dem Weg zu einem außergewöhnlichen Auftritt in der bayerischen Landeshauptstadt. Nur zwei der sechs Bandmitglieder haben schon einmal vom „Kölsch-Münchner Karnevalsverein“ (KMKV) gehört, bei dem sie heute Abend spielen sollen.

Am Ostbahnhof angekommen, dauert der Fußweg rund fünf Minuten bis zum „K 41“, einer zur Diskothek umgebauten alten Fabrikhalle. Eine lange Schlange hat sich vor dem Eingang gebildet. Doch was man hier an Stimmen hört, ist nicht etwa süddeutscher Dialekt, sondern ausschließlich Kölsch. „Herzlich Willkommen. Es ist uns eine Ehre, dass ihr hier seid“, werden die Musiker freundlich empfangen.

Der Mann, der die „Paveier“ begrüßt, heißt Wolfgang Schenk und kommt aus Bensberg. „Vor zehn Jahren bin ich beruflich nach München gekommen“, sagt er. Aufgewachsen direkt an der Saaler Mühle, war das Heimweh schon nach kurzer Zeit sehr groß. „Am Anfang war es schwierig, sich hier zurecht zu finden“, erinnert sich der 44-Jährige. Und obwohl Wolfgang Schenk in Bensberg nie in einem Karnevalsverein aktiv war, erfuhr auch er vom KMKV. „Da bin ich mal zu einem Treffen hingegangen und habe mich sofort zu Hause gefühlt.“

Entstanden ist der KMKV am 19. Juni 2001. Damals haben sich 111 Mitarbeiter eines Versicherungskonzerns, die von Köln nach München versetzt wurden, zu einem Karnevalsverein zusammengeschlossen. Mittlerweile ist der KMKV auf mehr als 200 Mitglieder angewachsen. „Wir treffen uns oft, unternehmen viel und hören natürlich kölsche Musik“, sagt Schenk. Der Bensberger ist nach seinem Beitritt schnell zum Literaten gewählt worden und seitdem verantwortlich für diverse Aktionen, wie Kegelabende oder eben das „Paveier“-Konzert. „Es gibt viele Menschen, die ebenfalls von Bergisch Gladbach hierher gezogen sind. Wir nennen uns scherzhaft »die Heimatvertriebenen«“, erzählt Wolfgang Schenk.

Jeden ersten Dienstag im Monat findet im „K 41“ ein besonderes Treffen statt: „Der kölsche Abend ist mittlerweile in ganz München bekannt“, schwärmt Schenk, der in einem Software-Unternehmen arbeitet. Bis zu 200 Leute treffen sich dann nach der Arbeit und feiern eine kölsche Party. Kölsch - natürlich vom Fass - gebe es dann auch zu trinken. „Am Anfang war es schwer, frisches Kölsch zu finden. Doch mittlerweile haben immer mehr Kneipen Gefallen an unserem Bier gefunden.“ Die Mentalitäten der Bayern und der Rheinländer seien im Übrigen gar nicht so unterschiedlich, wie oft angenommen wird, behauptet Schenk: „Beide feiern die Feste zünftig und ausgelassen.“ Erst kürzlich war Schenks Verein auf dem Oktoberfest vertreten. „Die Stimmung ist einfach genial. Es ist zwar nicht mit dem Karneval zu vergleichen, dennoch macht es Spaß.“

Befremdete Blicke ziehen die Mitglieder des KMKV selten auf sich. „Wenn ich am 11.11. im Büro die Sessionseröffnung feiere, dann sind die Kollegen aber schon etwas verstört.“ Seine Wurzeln könne man halt nicht verbergen, sagt Schenk mit Nachdruck. Zur heißen Phase, dem Straßenkarneval, seien viele Mitglieder in Köln, um den Rosenmontagszug mitzuerleben.

Doch eine Woche vor dem Straßenkarneval im Rheinland gehe es auch in München karnevalistisch zu. „Nach 35 Jahren hat es in der vergangenen Session wieder einen Karnevalszug in München gegeben“, berichtet der Literat stolz. Eine andere Münchner „Faschings-Gruppe“ habe sich dafür stark gemacht. „Da sind wir natürlich auch mit einer Gruppe mitgegangen.“ Doch die Jecken des KMKV waren die einzigen, die Kamelle geworfen haben. „So etwas kennen die hier in München überhaupt nicht“, schmunzelt das Vorstandsmitglied des Vereins. „Die Kinder waren sehr erfreut. Die Erwachsenen haben sich nur verwundert die Augen gerieben und gefragt »Sind die deppert?«“

Während Wolfgang Schenk erzählt, beginnen die „Paveier“ ihr Konzert vor rund 300 begeisterten KMKV-Mitgliedern. Die Musiker spielen vor ihrem Münchner Publikum einen Hit nach dem anderen. Schnell springt der Funke auf die Gäste über. Sie singen mit, so laut sie können. Bei dem einen oder anderen sieht man ein paar Tränchen über die Wangen kullern, und auch Wolfgang Schenk ist gerührt: „Es ist einfach schön, wenn die Kölner einmal zu uns kommen.“ Allzu schnell scheint das zweistündige Konzert wieder vorbei zu sein. Zum Abschluss will Wolfgang Schenk noch wissen, ob es etwas Neues gibt rund um die Saaler Mühle. „Grüßt mir die Enten“, sagt er noch. Spätestens zum Straßenkarneval wird er aber alles wiedersehen: den Dom, die „Paveier“ und natürlich die Enten vom See an der Saaler Mühle.

03.03.2006 Leserbrief in der AZ

Hier seht ihr einen Leserbrief unseres Literaten Wolfgang Schenk aus der AZ vom 23.02.2006

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03.03.2006 Alaaf - die Jecke feiern

Ein Artikel aus der "Spiel mit" über den KMKV

Zum Artikel:
kmkv_artikel_spielmit_21.02.06.pdf

20.02.2006 Fiere könne mir üuvverall

Anbei ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum ersten Münchener Faschingsumzug nach 35 Jahren

Zum Artikel:
kmkv_artikel_sz_20.02.06.pdf

20.02.2006 Harlekin, Badewann und natürlich ein paar Kölner

Ein Artikel über die Vorbereitungen zum ersten München Faschingsumzug nach 35 Jahren Wartezeit

zum Artikel bitte hier klicken:
kmkv_artikel_sz_17.02.06.pdf

24.01.2006 Afro-Perücke und "halver Hahn"

Ein weiterer Artikel zur KMKV-Karnevalsparty 2006 im Münchner Merkur vom 24.01.2006

zum Artikel bitte hier klicken:
kmkv_artikel_muenchner_merkur_24.01.2006.pdf

23.01.2006 Alaaf - Rheinländer feiern in München

Ein Bericht auf www.koeln.de vom 19.01.2006

zum Artikel bitte hier klicken:
kmkv_artikel_koeln.de_19.01.06.pdf

23.01.2006 Föttche, Kölsch und Tanzmarieche

Ein Artikel der Sueddeutschen vom 19.01.2006

zum Artikel bitte hier klicken:
kmkv_artikel_sz_19.01.06.pdf

23.01.2006 München trainiert für den Karneval

Ein Bericht der Suedeutschen Zeitung vom 09.01.2006

zum Artikel bitte hier klicken:
kmkv_artikel_sz_19.01.06.pdf

18.11.2005 Der Chef der Schunkelmänner

Ein Artikel im Münchner Merkur vom 11.11.2005

zum Artikel bitte hier klicken:
kmkv_artikel_muenchner_merkur_11.11.2005.pdf

17.11.2005 DE HÖHNER IN MÜNCHEN!

Es ist 19.30 Uhr in der Münchner Tonhalle, und dreiviertel des KMKV-Vorstandes (unser Willi hat es leider nicht rechtzeitig geschafft) werden zu den HÖHNERN Backstage - zur Ordensverleihung und zur Ernennung der HÖHNER zu Ehrenmitgliedern im KMKV - gebracht. In einer Gaderobe empfangen uns die HÖHNER mehr als freundlich, anschliessend stellt Zimbo in seiner bekannt-beliebten launigen Art den KMKV kurz vor. Dann erfolgt die Ernennung der HÖHNER zu Ehrenmitglieder im KMKV und Ordensverleihung mit heiss begehrten Bützje von unserer Alex. Anschliessend betreten die Höhner um Punkt 20 Uhr mit "Wo mir sin is Kölle" gefolgt von "Schön dat Du do bes" die Bühne. Vor dem dritten Stück "Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche" bedankten sich die HÖHNER beim KMKV für die Orden und die Ehrenmitgliedschaft in einer sehr netten Ansprache. Über insgesamt zweieinhalb Stunden begeisterten die HÖHNER über 1.200 völlig enthusiatische Zuschauer mit Evergreens und neuen Stücken und versprachen bald wieder in München aufzutreten. Jedem der nicht vor Ort war, sei gesagt, dass er/sie DAS Kölsche Event 2005 in München verpasst hat!

Offenbar waren die HÖHNER selbst völlig begeistert von der unglaublichen Resonanz. Auf http://www.hoehner.com haben die Jungs auf der Startseite unten links bei NEWS mit dem Titel "Danke München" Ihre Eindrücke über den Tourauftakt in der bayerischen Landeshauptstadt veröffentlicht!

Wir wünschen den HÖHNERN einen erfolgreichen Verlauf der Tour und bedanken uns für einen wunderbaren "kölschen Ovend" in München!

Der KMKV Vorstand

03.06.2005 Ein Verein holt den Kölner Karneval nach München

Ein weiterer Bericht über den 11.11.2002 in der Süddeutschen Zeitung
sz_11.11.2002.pdf

03.06.2005 Alaaf - Karneval an der Isar

Im Jahr 2004 war es die Münchner Abendzeitung, die uns eine gute dreiviertel Seite in ihrer Ausgabe vom 10./11.11.2004 widmete:

03.06.2005 Das Rheinheitsgebot

Es gibt Situationen im Leben, die lassen sich ohne Philosophen vom Range der Kölner Band De Bläck Fööss nur sehr schwer einordnen. Diese hier zum Beispiel ist so eine: Da fährt die Bankkauffrau Alexandra Schell mit der U-Bahn durch die Münchner Nacht nach Hause. Ihr Vampir-Kostüm sitzt schief, sie ist müde nach einer langen Party, das Kunstblut im Mundwinkel und auf ihrem bleich geschminkten Gesicht ist verkrustet? Junge Frau, kann ich Ihnen helfen? Ist Ihnen nicht gut?? Eine ältere Münchnerin kümmert sich besorgt? Nein, alles bestens, alles in Ordnung?, muss Alexandra, die Karnevalistin aus dem Rheinland, lügen.

Natürlich ist nichts in Ordnung, wenn zwei Welten aufeinander prallen. Die Bläck Fööss haben darüber in ihrem Karnevalshit ?Mer losse d'r Dom en Kölle? spekuliert: Was etwa wäre, wenn der Kreml am Kölner Ebertplatz stünde? Jetzt ist Karneval, und hunderte Exil-Rheinländer feiern in München? ein durchaus vergleichbares Experiment. ?Man wird hier in der Öffentlichkeit angeguckt, als sei man irgendwie krank?, sagt Alexandra Schell.

Als sie am nächsten Abend loszieht, hat sie zusätzlich zum Kunstblut ein blaues Auge. Das macht die Sache nicht besser. Sie trägt rote Boxershorts, Boxhandschuhe und einen Bademantel mit Kapuze. Die Blicke der Bahnfahrgäste erträgt sie tapfer. ?Etwa so, als wenn Du am Rosenmontag unkostümiert durch Köln fahren müsstest.? In Sicherheit fühlt sich Alexandra erst, als sie die Tür zur Bar ?Kokoro? im ehemaligen Kunstpark Ost aufstößt ? und eintauchen darf in eine wogende Menge Gleichgesinnter: Menschen mit puscheligen Hasenohren, Perücken, Ringelshirts, Badekappen oder Hütchen. Einige hundert Rheinländer, die in München leben, treffen sich hier jeden Monat. Tanzen, knutschen, trinken und singen. Zur Karnevalszeit erhöht sich die Frequenz. Und so ist an diesem Abend die Luft im ?Kokoro? einmal mehr geschwängert von tausend Litern importierten Früh-Kölschs und einschlägigen Liedern: ?Drink doch eine met?, ?De Mama kritt schon widder e Kind?, ?Leev Linda Lou?, ?Superjeilezick?.

Letzteres (zu Hochdeutsch: Supergeile Zeit) ist zugleich der Name des ?Köln-Münchner Karnevalsvereins?, dessen zweiter Vorsitzender Ralf Esser die Treffen organisiert. Er ist eine Art spiritus rector der rheinischen Karnevals-Exklave in München und der lebende Beweis dafür, dass letztlich nur fordern kann, den Dom in Köln zu lassen, wer vom Leben selbst in Köln gelassen wurde. So wie die Bläck Fööss etwa, Ralf Esser und Alexandra Schell hingegen nicht. Sie fallen sich im ?Kokoro? um den Hals und bützen, als seien sie vom Schicksal auseinander gerissene Geschwister. Überhaupt und zur Erklärung: Man hat sich sehr lieb auf diesen lauten, kölschen Abenden, was ein vergleichsweise unnahbar cooles Münchner Partypublikum als Distanzlosigkeit werten müsste. Einen betörenden Sud aus Gesang, Geruch und Gefummel kreieren diese Karnevalisten ? ein Bad in einer hochgradig ansteckenden, kontaktfreudigen Gemeinschaft.

Ralf Esser kam im Januar 2000 von Köln nach München. Die Allianz-Versicherung hatte ihn als Referenten in die Hauptverwaltung geholt, und er informierte ein paar rheinische Exilanten: einen kleinen Freundeskreis, der sich regelmäßig in Münchner Gaststätten traf. Der heute 33-Jährige setzte sich an die Spitze der Bewegung. 2001 gründeten er und zehn Freunde den Verein, der mittlerweile 190 Mitglieder zählt ? plus 800 Sympathisanten. ?Zu 60 Prozent bestehen wir aus echten Rheinländern?, sagt Esser. ?Der Rest sind Leute, die sich bei uns mit dem Karnevals-Virus infiziert haben: Hamburger, Berliner. Vor allem unsere Bayern können die Bläck Fööss inzwischen besser mitsingen als wir selbst.?

Andrea aus Berchtesgaden etwa bringt schon ein ganz passables ?Drink doch eine met, stell dich nit esu ahn? zustande ? und niemand an der Theke käme angesichts ihrer frechen Zöpfe und ihrer von Küssen zerstörten Clown-Schminke an diesem Abend auf die Idee, sie gehöre nicht dazu. ?Mitsingen zu können und zu verstehen, worum es geht? ? das ist das Kriterium für eine Aufnahme in den Verein und in Essers Mailingliste. ?Sonst würde hier irgendein cooles Partyvolk rumstehen, das bloß billig Kölsch abstauben will?, sagt Esser. Das Rheinheitsgebot der Gemeinschaft bemisst sich also nicht an ethnischen Fragen, sondern am richtigen Gefühl: ?Hey Kölle do bes e jeföhl? übertönt Andrea aus Berchtesgaden lauthals die CD der Höhner. Offenbar eine kleine Aufwärm-Übung für den bevorstehenden Trip nach Köln.

Dort wird Andrea ein bayerisches Dirndl tragen: am Samstag auf dem Funkenball. Und am Sonntag im Lövenicher Stadtviertel-Zug, wo die rheinischen München-Repräsentanten als 18. Gruppe Aufstellung nehmen hinter den ?Müngersdorfer Schluckspechten?. Dabei werden sie Vereins-Kappen tragen, auf denen eine humanoide Darstellung des Kölner Doms zu sehen ist, die einer vermenschlichten Frauenkirche zuprostet: das Vereinslogo. Am Montag schaut man sich gemeinsam den Kölner Zug an. ?Unser Ziel ist es, München dort einmal zu repräsentieren?, sagt Esser. ?Und unser Traum ist ein Zug durch München.? Um diesem Traum ein Stück näher zu kommen, wollen sich Münchens Rheinländer am Faschingsdienstag gegen Mittag probeweise am Stachus formieren und die Münchner mit Bonbons bewerfen: ?Kamelle!? Ob die dafür Verständnis haben werden? Die Frage geht unter im frischen Kölsch, das dem ?Kokoro?-Barkeeper mit dem laut gesungenen Hinweis abgenommen wird: ?Dat Wasser vun Kölle is joot!? Er lacht frech und entgegnet: ?So ein Schmarrn!?

Bleibt eigentlich nur eine wirklich ernste Frage: Was macht ein Rheinländer am kommenden Wochenende in München, wenn er keinen Urlaub bekommt? ?Keine Ahnung. Am Rosenmontag kann er jedenfalls ab 22.30 Uhr in die kleine Halle der Nachtgalerie auf eine kölsche Karnevalsparty gehen?, sagt Esser. ?Ansonsten: Ich war Karneval noch nie hier.? Er habe zwar einmal den Marktfrauentanz auf dem Viktualienmarkt miterlebt. ?Aber Radiobühnen und Schlagermusik ? das hat mit Karneval nichts zu tun. Genauso wenig wie die Bälle im Münchner Fasching. Da macht man sich schick und zeigt bloß, wer man ist.?

Trauerszene am 11.11.
Das aber ist dem kommunikativen Rheinländer fremd. Für ihn ist die Mannschaft der Star ? und nicht ein einzelner Modegeck oder Prominenter. Im ?Kokoro? lässt sich das am Beispiel Nils Bokelberg studieren, der früher mal Moderator bei Viva war und heute die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München besucht, ?um den deutschen Film zu retten?, wie er sagt. ?Ich bin so froh, dass ich die Leute hier getroffen habe?, meint er, unbeachtet im allgemeinen Tanzgeschubber mitschwingend. ?Am 11. 11. um 11.11 Uhr zum Beispiel ? Faschingsbeginn in München: Da war nichts! Ich habe die Krise gekriegt. Ich bin in die HFF-Kantine gegangen und habe ganz alleine einen Kurzen getrunken.? Eine Trauerszene. Vielleicht rettet sie ja mal den deutschen Film. Bokelberg persönlich jedenfalls ist, karnevalistisch zumindest, im ?Kokoro? gerettet.

Überhaupt: Nach mehreren Stunden unter Einfluss von Kölsch und Jeckenmusik verdichtet sich der Eindruck, dass dieses ?Kokoro? eine Trutzburg im karnevalistischen Niemandsland ist. Muss der Verein wirklich, wie Esser beteuert, Kontakte zu Münchner Faschingsvereinen suchen ? was angeblich bisher erfolglos verlief? Oder hat die mit Orden der Bonner Ehrengarde dekorierte blonde Swantje Botmann Recht, die sich gegen Morgen zu der These versteigt: ?Warum soll ich die Fahrt nach Köln bezahlen? Hier bekomme ich genauso meinen Spaß.?

Doch dann steigt man ins Taxi. Und der Fahrer schaut einen an. Und sagt grinsend: ?Wie schauen Sie denn aus!?

03.06.2005 Südlich vom Weißwurstäquator zu Hause

"Loss mer singe" im Münchner Osten: Exilkölner feiern die Bläck Fööss und Gefolge

Artikel vom 03.11.2004 aus dem Kölner Stadtanzeiger

03.06.2005 "Drink doch eine met" im K41

"Loss mer singe" - Münchner Exil - Kölner feierten sich und ihre liebste Band Bläck Fööss

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03.06.2005 Exil Rheinländer - wir wollen wieder nach Köln

03.06.2005 Loss mer singe - ein Motto, eine (Lebens-) Philosophie

Echt kölsche Musik mitten in München! Und das auch noch Live und Unplugged! Gibt's nicht? Gibt's doch!

So geschehen am Montagabend, 01.11.2004 im K41. Kaffi Biermann, Bömmel Lückerrath und Hartmuth Priess von den Bläck Fööss, unterstützt durch Michael Kokott, dem Leiter des Jugendchors St. Stephan, machten sich auf die lange Reise von Köln in die Karnevalsdiaspora an der Isar. Und sie kamen nicht alleine. Insgesamt 20 weitere Musiker der Blaskapelle "Blos mer jet" hatten sie im Schlepptau. Vielleicht auch weil sie nicht so recht wußten, was sie erwarten würde - und da kommt natürlich jede Unterstützung aus der Heimat recht.

Unter dem Motto "Loss mer singe", einer in Kölner Kneipen seit über 3 Jahren erfolgreichen Veranstaltungsreihe, wagte man den Sprung ins Ungewisse. Doch was an diesem Abend geschah war selbst für die erfahrenen Musiker kaum zu glauben. Vor gut 180 begeisterten Zuschauern began ein Abend, der hätte nie Enden dürfen. Die Atmosphäre war atemberaubend, einfach phänomenal!
Davon sichtlich beeindruckt legten die 3 Musiker der Bläck Fööss gleich los und heizten der Menge mit Lieder wie "Katrin", "En unserm Veedel", "Du bis die Stadt" oder "Wenn et lich usjeht im Roxy" mächtig ein. Oder sagen wir besser, sie animierten Ihr Publikum den Abend mitzugestalten. Wie mit einer Stimme sangen die rund 180 Zuschauer jeden einzelnen der Hits lauthals mit und sorgten für eine wahre Gäsenhautstimmung. Ein unglaubliches Erlebnis, stellt man sich vor, dass dieser Abend von einem Verein organisiert wurde, den es vor etwas mehr als 3 Jahren noch garnicht gab, der inzwischen weit mehr als 170 begeisterte Mitglieder führt und sich den Erhalt und die Überlieferung des rheinischen Brauchtums verschrieben hat. So kam dann auch Hartmuth Priess zu der Feststellung, dass er es eigentlich nicht für möglich gehalten hat, 600 KM weit zu reisen um dann doch zu Hause zu sein!

03.06.2005 In Schwabing sind jetzt die Jecken los

Ein Bericht der Münchner TZ vom 11.11.2002

tz_11.11.2002.pdf