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Traditionen im Kölner Karneval – eine Übersicht

Der Kölner Karneval geht zurück auf die Römerzeit. Dort fanden Masken-, und Kostümbälle zu Ehren der Göttin ISIS statt. Zu Feier des Gottes SATURN fanden die „Saturnalien“ statt, an denen sich „jeder nach seiner Phantasie und auf das Lächerlichste“ verkleidete. Die Standesunterschiede wurden an diesen Tagen aufgehoben und die Herren bedienten die Sklaven. Köln hatte als römische Kolonie das Recht, die gleichen Feste zu feiern wie die Römer. Unter dem Einfluß der Griechen, wurde in Köln aus den Saturnalien mehr und mehr ein Karnevalstreiben.

Unter Kaiser Konstantin wurde das Christentum im Jahr 343 zur Staatsreligion ernannt. Jetzt ordnete man den Karneval der Kirchenliturgie unter und gab ihm dadurch einen tieferen Sinn, in dem man ihn vor die Fastenzeit legte. Von da an mischten sich heidnische und christliche Bräuche. Ein Teil der heidnischen Bräuche findet heute noch Verwendung im Karneval.

Der Begriff KARNEVAL kommt von dem lateinischen Wort CARNEVALUS und bedeutet „Ende des Fleisches“, in Anlehnung an den darauf folgenden Beginn der Fastenzeit.

In der Franzosenzeit, drohte der Karneval in Köln auszuarten, da ihm durch die Auflösung der Zünfte ( Gaffeln ), die ab dem 17. Jahrhundert durch ihre Banden die Form des Karnevals bestimmten, der Boden entzogen wurde. Es war damit zu rechnen, dass die Preußen, die 1815 nach Köln kamen, den Karneval verbieten würden. Aus diesem Grund ergriffen 1823 einige Herren aus der wirtschaftlichen und geistigen Oberschicht Kölns die Initiative und gründeten das „Festordnende Komitee“, das heutige Festkomitee Kölner Karneval.

DREIGESTIRN
Man gab dem Fest den HELD KARNEVAL als Identifikationsfigur, an dem sich das Fest hochranken sollte. Sein Ornat war dem des Kaisers nachempfunden, der in Köln sehr verehrt wurde. Nach dem Krieg 1870/1871 wurde aus dem HELD der PRINZ KARNEVAL. Sein heutiges Ornat ist an die burgundische Mode des 15. Jahrhunderts angelehnt.

Die Kölner Jungfrau ist eine Symbolfigur und wird erstmals 1570 erwähnt. Sie symbolisiert die freie, unabhängige und keiner fremden Macht unterworfene Stadt Köln. Die Mauerkrone auf dem Kopf steht für die Uneinnehmbarkeit Kölns. Die Jungfrau wird in Köln von einem Mann dargestellt, da der Karneval zu früheren Zeiten eine Männerdomäne war, zudem traute man einer Frau die Strapazen nicht zu.

Auch der Kölner Bauer ist eine Symbolfigur. Er steht für die Zugehörigkeit Kölns zur Reichsbauernschaft. Köln gehörte im Mittelalter neben Konstanz, Regensburg und Salzburg, zu den vier Bauernschaften des Reiches. 1422 wird der Kölner Bauer erstmals als Schildhalter der Stadt erwähnt, später wurde er zudem zum Bewahrer der Stadtschlüssel. Den Hut des Bauern schmücken 125 Pfauenfedern. Die Pfauenfeder gilt als Symbol der Unsterblichkeit und versinnbildlicht hier die Unsterblichkeit der freien Stadt Köln, für die der Bauer steht.

Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung sind Bauer und Jungfrau streng auf die Stadt Köln bezogen und sind somit woanders nicht denkbar.


Das Dreigestirn wird Anfang Januar vom Bürgermeister der Stadt Köln auf der Prinzenproklamation im Kölner Gürzenich inthronisiert. Danach folgen – je nach Länge der Session – zwischen 350 und 450 Auftritte auf Sitzungen, in Altenheimen, Krankenhäusern, Kneipen etc. Höhepunkt ist dann für das Dreigestirn die Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln. Am Karnevalsdienstag endet die Amtszeit mit dem „Prinzenfrühstück“, dort wird dann auch das Motto der nächstjährigen Session bekanntgegeben.

ROSENMONTAG
Der Begriff geht zurück auf den Begriff LATARE, der Rosensonntag, der in Köln seit dem 16. Jahrhundert als „Halbfasten“ gefeiert wird. 1832 trat der Begriff Rosenmontag als „Mittfastnachtstag“ in den Sprachgebrauch ein. Bis dahin sprach man vom Karnevalsmontag und dem Maskenzug, seit 1832 als Rosenmontagszug bekannt.

DIE ZAHL 11 ALS SYMBOL DER NARRETEI
Der Karneval beginnt im November, als dem Monat in dem Tod und Vergänglichkeit gedacht wird. Dies geht zurück auf die zeitliche und gefühlsbedingte Abfolge griechischer, römischer und germanischer Traditionen. Im November gedachte man der Götter, die für die Gaben des Herbstes – vornehmlich den Wein – zuständig waren.

Der 11. im 11. geht auf die gallische Kirche zurück. Hier bereitete die Adventszeit nicht auf Weihnachten sondern auf das Fest Epiphanie vor. Der Advent war eine Fastenzeit, begann am 11.11. ( St. Martin ) und dauerte 56 Tage.

Die Jeckenzahl 11.11. entstand erst später und ist heute eine Verbindung aus heidnischen und christlichen Traditionen. Die ELF symbolisiert die Einheit im Karneval, weil sie Gleich neben Gleich stellt, d.h. jeder als Jeck gleichberechtigt ist. Die Zahl ELF hat in Köln aber auch starken politischen Bezug zur Vergangenheit während der französischen Besatzung, hier steht die Zahl für E galitè, L ibertè und F ranitè. Dies ist die, in Köln wohl maßgeblichste Deutung der Zahl ELF!

KARNEVALSORDEN
Mit dem organisierten Karneval begann 1823 auch die Ära der Karnevalsorden. Die Karnevalsorden sollen als Persiflage auf die Militärorden der Preußen, die Geringschätzung der Kölner gegen diese Art der militärischen Obrigkeit ausdrücken und waren Zeichen der Auflehnung gegenüber dem militärischen Pomp. Heute hat sich diese Bild natürlich gewandelt. Orden sind beliebte Sammlerobjekte, und gerade die Orden des Festkomitees und der großen KGs in Köln, stellen jedes Jahr wahre Schmuckstücke dar. Karnevalsorden werden vom Vorstand und anderen Offiziellen des jeweiligen Vereins an Personen oder Mitglieder vergeben, die sich um den Verein oder den Karneval im Allgemeinen in besonderer Weise verdient gemacht haben!

KÖLLE ALAAF
Seit 1773 nachweislich als Wahlspruch der Kölner verwendet und bedeutet in seiner Aussage soviel wie „Alles lobe Köln“ bzw. „Köln über alles“. Der Ausruf kann auch auf Personen oder Gesellschaften angewandt werden.

NUBBEL / NUBBELVERBRENNUNG
Der Begriff NUBBEL kommt aus dem Köln des 18.Jahrhunderts und stand für „irgendwer“. Der Nubbel ist eine mannshohe Strohpuppe, die – je nach Kneipe – mehr oder weniger liebevoll gestaltet wird. Der Vorläufer des Nubbels war der „Zacheies“ ( kölsche Form des häbräischen Zachäus ) und wurde am Ende einer Kirmes verbrannt. Über die Jahre hat sich dann die Tradition gewandelt, heute wird der Nubbel spätestens an Weiberfastnacht in oder vor einer Kneipe, in der Karneval gefeiert wird, aufgehängt und um 24 Uhr am Karnevalsdienstag verbrannt. Durch das Verbrennen des Nubbels, gehen die Sünden der beiwohnenden Karnevalisten in Feuer und Rauch auf und machen diese ungeschehen. Begleitet wird dieses Ritual in den echten kölschen Kneipen von einem Nubbel-„Pastor“, dessen launiger Rede und dem gemeinsamen Singen von kölschen Klassikern, wo bei „Am Aschermittwoch, ist alles vorbei“ auf keinen Fall fehlen darf. Manche kölsche Kneipen – wie z.B. das BASILS in Köln-Nippes, verwahrt die Nubbelasche der vergangenen Jahre sogar in Gläsern über der Theke als „Andenken“.

WANN IST ASCHERMITTWOCH / WIE BERECHNET SICH DER KARNEVAL?
Ostern fällt immer auf den 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach dem kalendarischen Frühlingsbeginn. Da dies jedes Jahr anders ist, fallen auch die Sessionen unterschiedlich lange aus, denn Aschermittwoch ist immer 46 Tage vor Ostern. 2011 und 2038 waren bzw. werden die längsten Sessionen in diesem Jahrhundert und endeten / enden erst um den 10. März.

Wir bedanken uns beim FESTKOMMITEE KÖLNER KARNEVAL für die freundliche Unterstützung beim Zusammentragen der geschichtlichen Hintergründe des kölschen Fasteleer!